KI-resistente CAPTCHAs
CAPTCHAs gehören seit vielen Jahren zu den wichtigsten Schutzmechanismen gegen automatisierte Angriffe im Web, etwa durch Bots oder Credential-Stuffing. Klassische Verfahren wie verzerrte Texte oder einfache Bilderkennungsaufgaben verlieren jedoch zunehmend ihre Wirksamkeit, da moderne KI-Modelle diese Aufgaben oft genauso gut oder sogar besser als Menschen lösen können. Damit entsteht eine neue Sicherheitslücke: Systeme, die eigentlich Menschen von Maschinen unterscheiden sollen, funktionieren nicht mehr zuverlässig.
In unserem Forschungsprojekt entwickeln wir daher neuartige, KI-resistente CAPTCHA-Ansätze, die gezielt auf Problemstellungen basieren, bei denen heutige KI noch an Grenzen stößt. Dazu gehören beispielsweise Aufgaben, bei denen soziale Interaktionen, Emotionen oder situative Zusammenhänge erkannt und bewertet werden müssen. Ein weiterer Fokus liegt auf ethisch vertretbaren Entscheidungsfragen, die menschliches Urteilsvermögen stärker einbeziehen als reine Mustererkennung. Zusätzlich erforschen wir kreative CAPTCHA-Formate, etwa Skizzen oder Darstellungen von Gegenständen, die in der realen Welt gar nicht existieren und daher nicht in Trainingsdaten enthalten sind.
Durch diese Ansätze entstehen Prüfungen, die für Menschen intuitiv lösbar bleiben, für automatisierte Systeme jedoch deutlich schwerer zu umgehen sind. Ziel ist es, CAPTCHAs wieder zu einem robusten Bestandteil moderner Cyberabwehr zu machen und Webdienste langfristig gegen KI-gestützte Bot-Angriffe abzusichern. Das Projekt verbindet dabei aktuelle Forschung im Bereich KI-Sicherheit mit praktischen Anwendungen für digitale Identitäts- und Zugangsschutzsysteme.
Kontakt: ttz-wue@thws.de
